Gebäudeabrisse gehören in deutschen Städten inzwischen zum Alltag. Die Folgen: Unmengen an Bauabfällen, freigesetzte graue Energie, hohe Umweltbelastungen und ein unwiederbringlicher Verlust von Ressourcen. Die Alternative: Das Zirkuläre Bauen - ein Ansatz, der auf Rückbau, Wiederverwendung und Ressourcenschonung setzt. Die Vorteile aus sozialer, ökologischer, kultureller und ökonomischer Sicht sind klar - trotzdem wird die Bauweise bislang kaum praktiziert. Was fehlt, ist ein konkreter Handlungsraum, der zirkuläre Prinzipien sichtbar und zugänglich macht, organisiert und besonders die Bauweise großmaßstäblich umsetzt.
Das Projekt auf dem Dragonerareal in Berlin-Kreuzberg umfasst die Entwicklung eines Wohnensembles für die WBM Berlin-Mitte. Es entstehen drei Häuser, die als gemeinsames Ensemble auf den historischen Bestand reagieren und zugleich den Anspruch eines zukunftsfähigen, geförderten Wohnungsbaus erfüllen.
Haus S steht für nachhaltiges Weiterbauen im Bestand. Statt das bestehende Wohnhaus zu ersetzen, werden seine Qualitäten bewahrt und durch eine zusätzliche Wohneinheit, Balkone und ein neues Treppenhaus ergänzt. Der neue Holzbau knüpft an Maßstab, Materialität und horizontale Gliederung des Bestands an und schafft so zusätzlichen Wohn- und Lebensraum mit möglichst geringem Eingriff in das Bestehende.
Die Zukunft des Rechenzentrums im Stadtzentrum Potsdams wird seit Jahren kontrovers diskutiert. Das 1961 errichtete Gebäude im Stil der DDR-Nachkriegsmoderne war ursprünglich ein Datenverarbeitungszentrum. Seit 2015 wurde es temporär von Kunst- und Kreativschaffenden genutzt und ist mittlerweile einer der wichtigsten Orte für soziokreative und zivilgesellschaftliche Praxis in Potsdam geworden. Weil die Zwischennutzungsphase laut Vertrag 2023 endet, droht dem Rechenzentrum der Abriss - denn das Gebäude soll dem von der Stadt Potsdam und der Stiftung Garnisonkirche beschlossenen und umstrittenen Wiederaufbau der Garnisonkirche weichen.
Entsprechend der aktuellen und gesellschaftlich relevanten Diskussion um urbane Nachverdichtung wird die offene Volksschule am Standort Knöllgasse im 10. Wiener Bezirk um eine neue Mittelschule erweitert und zu einem gemeinsamen Bildungsstandort zusammengeführt. Die zentrale Herausforderung besteht darin, die bestehende Schülerschaft nahezu zu verdoppeln und die neue Schulform räumlich, funktional und pädagogisch sinnvoll zu integrieren.
Das Plangebiet Schumacher Quartier befindet sich im Osten des ehemaligen Flughafenareals zwischen dem Kurt-Schumacher-Platz und der künftigen Tegeler Stadtheide. Das zu bebauende Grundstück liegt im Osten des Quartiers und bildet den Abschluss entlang der Flugfeldkante. Zu entwerfen ist ein Gebäudekomplex als Holzbau im Nordwesten des Schumacher Quartiers, der Urban Gardening im Gewächshaus, Produktion sowie dazugehörige Wohnungstypen beinhaltet. Die neuartige Typologie soll sowohl energieeffizient als auch recyclingfähig konzipiert werden, um so eine möglichst lange Nutzung von Gebäuden und Bauteilen zu gewährleisten.